Raw oder Jpeg

Eine häufig gestellte Frage unter Anfängern und Fortgeschrittenen in der Fotografie ist, ob man die aufgenommenen Fotos seiner digitalen Spiegelreflexkamera bzw. Digitalkamera im Raw oder Jpeg Format abspeichern lassen soll. An dieser Stelle möchte ich euch zusammenfassend und vereinfacht die Vor- und Nachteile beider Formate näher bringen.

Jpeg
Die Bezeichnung „Jpeg“ geht auf ein Gremium zurück das diese ISO/IEC-Norm entwickelt hat. Das Gremium heißt: „Joint Photographic Experts Group“. Die Norm bezeichnet verschiedene Methoden der Bildkompression. Wenn komprimierte Bilder am ende mehr als 20% kleiner als das Original sind, ist es allerdings absolut unvermeidlich das hierbei Daten verloren gehen.

Raw
Die Bezeichnung „Raw“ kommt aus dem Englischen und heißt „Roh“. Die Dateiendung „.raw“ sieht man allerdings nicht sehr häufig. Das liegt daran, dass Raw vielmehr eine ganze Gruppe von Dateiendungen beschreibt. Dies bedeutet das die Daten, nachdem man ein Foto mit einer Digitalkamera gemacht hat, weitgehend unverarbeitet auf einer Speicherkarte abgespeichert werden.
Das es so viele unterschiedliche Dateiformate hierfür gibt liegt daran das sich bis jetzt noch kein Standard gebildet hat. Die Firma Adobe versucht allerdings seit 2004 mit seinem „Digital Negativ (.dng)“ Format einen solchen Standard zu erreichen.

Gegenüberstellung der Formate

– Flexibilität beim Fotografieren
Bei der Flexibilität punktet aus meiner Sicht ganz klar das Raw-Format. Hier muss ich nämlich lediglich auf die Blende, die Belichtungszeit sowie die Lichtempfindlichkeit achten. Alles andere kann ich im Nachhinein am PC bestimmen.
Beim Jpeg-Format hingegen sollte ich auch Weißabgleich, Farbsättigung, Farbraum, Kontrast, Schärfe, Rauschunterdrückung und Jpeg-Kompression sowie individuelle Korrekturen (z. B. von Hauttönen) beachten. Eine nachträgliche Korrektur ist möglich, jedoch Grenzen unterworfen und stets mit Verlusten an Bildinformation und -details verbunden.

– Dateigröße
Hier gewinnt ganz klar das Jpeg-Format. Dazu braucht es wohl keiner große Erklärung. Bei meiner derzeitigen Kamera stehen sich hier 20 MB den deutlich kleineren 5 MB gegenüber.

– Kompatibilität
Auch hier gewinnt aus meiner Sicht das Jpeg-Format. Die Rohformate der Hersteller unterscheiden sich voneinander und sind nicht kompatibel. Auch innerhalb einer Modellreihe gibt es Unterschiede und Abweichungen. Um diese Daten zu nutzen, braucht man entweder eine spezielle Software oder ein Plug-in für eine Software.
Bei der Jpeg-Norm hingegen können praktisch alle vorhandenen Bildbearbeitungs- und Bildverarbeitungs-Programme genutzt werden. Auch die Herkunft des Bildes ist hier egal.

– Aufwand
Beim Aufwand den man im nachhinein mit den Dateien hat, gewinnt erneut das Jpeg-Format. Diese kann man im nachhinein noch bearbeiten (Colorkey, Schwarz-Weiß, Ausschnitt, kleinere Anpassungen) aber man muss es nicht. Beim Raw-Format hingegen ist eine Bearbeitung absolut erforderlich. Man hat sozusagen die Arbeit zu erledigen die der Bildprozessor vor dem Komprimieren in das Jpeg-Format tätigt (siehe Flexibilität).

Fazit
Untern Strich finde ich das Raw-Format besser. Man ist flexibler und kann die Bilder am ende am PC noch perfektionieren, wenn man dies möchte. Aber schlussendlich muss jeder für sich entscheiden, was das bessere für ihn ist. Wie macht man Bilder? Was für Bilder macht man? Was hat man mit den Bildern vor? Wenn man das alles weiß und sich über die Formate informiert hat, sollte einem die Entscheidung am Ende nicht mehr so schwer fallen.
Und falls dem nicht so sein sollte: Bei vielen modernen digitalen Spiegelreflexkameras kann man beide Formate gleichzeitig speichern lassen. 😀 😉

Und zu guter Letzt noch ein Hinweis am Rande: Ein entscheidend wichtiger Faktor dabei ob Bilder gut oder schlecht werden ist immer der Mensch, der hinter der Kamera steht. 🙂

Quelle: http://de.wikipedia.org/

Hinterlasse einen Kommentar